Brigitta Hofer: Zur Ausmalung und Stuckierung des herrschaftlichen nabatäischen Wohnhauses auf ez Zantur IV in Petra / Jordanien

Das herrschaftliche nabatäische Wohnhaus auf ez Zantur IV in Petra / Jordanien datiert in das letzte Viertel des 1. Jahrhunderts n. Chr.. Dieses Grabungsprojekt des Archäologischen Instituts der Universität Basel wurde innerhalb der letzten 6 Jahre aufgedeckt. Dabei kamen eindrucksvolle Wandmalereien in situ zum Vorschein, aber auch eine bedeutende Menge bemalter und stuckierter Putzfragmente, sowie farbig gefaßte Stuckgesimse und Profilleisten.
Für die materialtechnischen Untersuchungen der Putze und der farbigen Bemalung wurden zwei Räume aus unterschiedlichen Wohnbereichen des Hauses gewählt, an deren Fragmente Proben entnommen wurden.
Die Putzanalysen erfolgten über Röntgendefraktometrie (XRD) und die Auswertung von Dünnschliffen. Die Pigmente wurden über ihre polarisationsoptischen Eigenschaften und Rasterelektonenmikroskopie (REM/EDX) bestimmt. Die Bindemittel der Malschicht wurden mikrochemisch analysiert, die Stucke wurden mit Hilfe der Ionenaustauschchromatographie auf proteinhaltige Zusatzstoffe untersucht. Für die Mörtel ergaben sich 15 verschiedene Materialzusammensetzungen, dabei spielte für die Putze von Raum 17 Gips eine große Rolle. Vermutlich in Abhängigkeit der unterschiedlichen Oberputze und der sich daraus ergebenden Maltechnik, bestand die Palette der Pigmente für die Freskomalerei aus Kalk, Erdpigmenten und Holzkohle, für die Seccomalerei auf den gipshaltigen Putzen zusätzlich aus künstlich hergestellten Farbmitteln, wie Bleimennige, Farblacke und Ägyptisch Blau. Insgesamt wurden 7 verschiedene Farbmittel und die Materialien der Vergoldung analysiert.
Der Vergleich der Materialien und Techniken der Innendekoration beider Räume ergaben für sich geschlossene, qualitätvolle Arbeitsweisen, die bis auf die Mauertechnik nichts gemeinsam haben. Dennoch ist davon auszugehen, daß beide Räume in die gleiche Zeit datieren.