Gisela Trosbach: Physikalische Untersuchungen an historischen Tapisserien

Retardations- und Kraft-Dehnungs-Messungen wurden an historischen Proben durchgeführt, um die Auswirkungen der Gewichtskraft auf Tapisseriegewebe zu studieren. Die Veränderungen können dabei klassifiziert werden und es ist möglich gefährdete Bereiche zu erkennen. Es zeigt sich, daß die in der Praxis auftretenden Kräfte bei intakten Tapisserien nicht zu irreversiblen Schäden führen. Optische Methoden wurden genutzt, um die Verformung großer Teppiche zu untersuchen. Alle Messungen bewiesen, daß Farbgrenzen (Schlitzverbindungen) die wichtigste Rolle bei Schadensfällen spielen, wobei diese jedoch vom umgebenden Gewebe stabilisiert werden. Eine Eignung der verwendeten Methoden zur Langzeit-Überwachung in Ausstellungen wurde überprüft. Die Messung der Haftreibungs-Koeffizienten verschiedener Materialien erlaubte den Effekt der Schräghängung quantitativ zu erfassen. Es zeigt sich, daß es bei geeigneter Materialwahl zur vollständigen Entlastung des Gewebes kommen kann.

Schlagworte: Textil, Tapisserie, Physik, Retardation, CRE, Reibung, optische Methoden, Verformung    

Diplomarbeit 2002, Deutsch, 118 Seiten, 61 Abbildungen
Betreuer: Prof. Dipl.-Restaurator Erwin Emmerling, Dr. Andreas Kratzer